18.11.2024

Landesjugendring M-V fordert: Solidarität statt Ausgrenzung – Teilhabe geflüchteter junger Menschen darf nicht eingeschränkt werden

Der Landesjugendring M-V hat das vergangene Woche veröffentlichte Statement zum Tag des Flüchtlings [1] mitunterzeichnet. Gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten des Landes und rund 90 weiteren Initiativen, Organisationen und Vereinen setzt der Landesjugendring M-V damit ein starkes Zeichen für Solidarität und gegen die Ausgrenzung von Menschen mit Migrationsbiografie. Außerdem fordert der Landesjugendring M-V auf Beschluss seiner Mitglieder [2] die Landesregierung auf, die geplante Einführung der Bezahlkarte für junge Geflüchtete zurückzunehmen.

Patrick Kunze, Vorstandssprecher, betont: „Der Landesjugendring M-V setzt sich für alle jungen Menschen im Land ein, ob mit oder ohne Einwanderungsgeschichte. Teilhabe ist ein Grundpfeiler eines lebendigen und demokratischen Miteinanders. Die Einführung einer Bezahlkarte für Asylsuchende würde jedoch die ohnehin eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten geflüchteter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener weiter schwächen und soziale Isolation sowie Verarmung fördern. Es ist dringend notwendig, die Lebensrealitäten dieser jungen Menschen zu berücksichtigen und die Pläne zur Bezahlkarte gerade im Hinblick auf ihre verheerenden Auswirkungen für junge Menschen zu überdenken.“

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene stellen die zahlenmäßig größte Gruppe unter den Asylsuchenden und sind daher besonders betroffen. Für sie ist der Zugang zu Bildung, sozialer Teilhabe und kulturellen Angeboten entscheidend für eine erfolgreiche Integration und eine selbstbestimmte Entwicklung. Viele Angebote – von Schulmaterialien über Freizeitgestaltung bis zu Bildungsprojekten – laufen weitgehend über Bargeldverkehr. Eine Reglementierung des zur Verfügung stehenden Bargeldbetrages beeinträchtigt die Möglichkeiten junger Menschen, schulische und außerschulische Aktivitäten wahrzunehmen.

Darüber hinaus sollen Kinder und Jugendliche auf der Karte der Eltern mitgeführt werden. Das schränkt ihre Selbstständigkeit ein und stigmatisiert sie im sozialen Miteinander. Die Folge: Aktive gesellschaftliche Teilhabe und Integration werden damit zusätzlich erschwert. In Mecklenburg-Vorpommern, wo Kinderarmut ohnehin ein großes Problem ist [3], würde die Bezahlkarte die Lage junger Geflüchteter weiter verschlechtern und das Risiko sozialer Ausgrenzung erhöhen.

Dr. Ina Bösefeldt, Geschäftsführerin des Landesjugendringes M-V, unterstreicht: „Wir müssen weg von Maßnahmen, die Ausgrenzung fördern und stattdessen mehr Möglichkeiten für Teilhabe schaffen. Junge Menschen brauchen Unterstützung und Perspektiven – keine zusätzlichen Hürden. Unser Ziel muss es sein, Teilhabe für alle zu ermöglichen. Die Stigmatisierung geflüchteter Menschen ist weder im Interesse der Betroffenen noch unserer gesamten Gesellschaft. Solidarität und echte Teilhabe sind die Schlüssel zu einer zukunftsfähigen, inklusiven Gemeinschaft. Nur wenn wir aufhören, Hindernisse zu schaffen, und stattdessen Chancen eröffnen, können wir eine Gesellschaft gestalten, die alle jungen Menschen willkommen heißt und stärkt.“

Verweise:

[1] Stellungnahme zum Tag des Flüchtlings
[2] Beschluss: Öffentlicher Einsatz gegen die Einführung einer Bezahlkarte für Geflüchtete (vom 27. September 2024)
[3] Beschluss zu Kinder- und Jugendarmut (vom 27. März 2024)

 

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