Seit 02.12.2020 gilt die neue Corona-Jugendverordnung in M-V

07.12.2020

Wir haben die wesentlichen Inhalte der 5. Corona-JugVO ÄndVO M-V des Sozialministeriums zusammengefasst.

Corona Jugendverordnung

5. Corona-JugVO ÄndVO M-V

Das Sozialministerium veröffentlicht am 02.12.2020 die 5. Corona-JugVO ÄndVO M-V (Verordnung zur Durchführung von Angeboten und Maßnahmen der Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit und Jugendsozialarbeit sowie der Förderung der Erziehung in der Familie zur Eindämmung der Atemwegserkrankung COVID-19/Übertragung von SARS-CoV-2). Die Verordnung ist ab sofort bis einschließlich 17. 01.2021 gültig.

Zu beachten ist, dass die in den jeweiligen Landkreisen zuständigen Behörden in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen weitergehende infektionsschutzrechtliche Maßnahmen treffen können.

Folgende Regeln gelten ab sofort für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern:

Nicht erlaubt sind ab dem 02.12.2020 folgende Angebote:

  • Angebote ohne pädagogische Fachkräfte
  • internationale Jugendarbeit
  • Angebote der Familienfreizeit sowie der Kinder-, Jugend- und Familienerholung
  • Angebote der reinen Unterhaltung sowie Freizeitangebote ohne pädagogische Begleitung   

Angebote aus der Kinder- und Jugendarbeit, die von pädagogischen Fachkräften geleitet             werden, dürfen ab dem 02.12.2020 unter Einhaltung folgender Regeln öffnen:  

  • Mund-Nasenbedeckung muss getragen werden. Ausnahme: wenn die pädagogische Zielrichtung des Angebots damit gefährdet ist.
  • Unterschreitung des Mindestabstands und Verzicht auf Mund-Nasen-Bedeckung soll auf ein notwendiges Maß begrenzt werden.
  • Anbieter muss dafür sorgen, dass die gestiegenen Hygieneanforderungen beachtet und wirksame Schutzmaßnahmen für alle Anwesenden umgesetzt werden.
  • Betreiber von Einrichtungen müssen ein Hygiene- und Sicherheitskonzept haben à muss auf Anforderung den Gesundheitsbehörden vorgelegt werden.
  • Angebote sollen vorrangig im Außenbereich stattfinden.
  • Anzahl von Teilnehmer*innen und pädagogischer Fachkräfte muss der jeweiligen Raumgröße angemessen sein – auf ausreichende Abstände ist zu achten.
  • Beschränkung auf zwei Haushalte gilt für Teilnehmer*innen der Angebote und Maßnahmen sowie für die betreuenden Personen nicht.
  • Von den Fachkräften sind Anwesenheitslisten (4 Wochen aufbewahren) mit folgenden Daten zu führen: Vor- und Familienname, vollständige Anschrift, Telefonnummer  

Die 5. Corona-JugVO ÄndVO M-V begründet das Sozialministerium folgendermaßen:

Im Rahmen aller zu treffenden Regelungen ist den besonderen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen sowie dem Kinderschutz in der Corona-Pandemie in Abhängigkeit vom regionalen und lokalen Infektionsgeschehen Rechnung zu tragen. Angebote der Jugendarbeit, der Jugendverbandsarbeit und der Familienbildung können deshalb grundsätzlich mit Ausnahme der Angebote und Maßnahmen der Kinder-, Jugend- und Familienerholung sowie der internationalen Jugendarbeit unter Einhaltung von Hygieneauflagen angeboten werden.  

Unter pädagogischer Anleitung unterbreitete Angebote und Maßnahmen der Jugendhilfe haben Bildungs- und Erziehungsfunktionen, bieten Beratungs- und Bewältigungsmöglichkeiten in Pubertäts- und Adoleszenzkrisen und erhöhen über ihre Multiplikatorenfunktion auch das Verständnis junger Menschen für staatliche Eingriffe in ihre Freiheiten. Eine vollständige Einschränkung dieser Angebote ist nicht verhältnismäßig, insbesondere auch in Ferienzeiten, in denen mit den Schulen die normalen Begegnungsorte junger Menschen geschlossen und die sonst dort anwesenden erwachsenen Ansprechpersonen nicht erreichbar sind. Angebote der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit müssen auch bei zur Pandemieeindämmung notwendigen Bewegungs- und Kontakteinschränkungen für Beratung und Begleitung junger Menschen bereitstehen, wobei auch alle Möglichkeiten moderner digitaler Kommunikationsmittel genutzt werden sollen.  

Einschränkungen der kindlichen Entwicklungsbedürfnisse können sich negativ auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirken, je stärker und je länger sie andauern. Einschränkungen der Lerngelegenheiten, der Spielmöglichkeiten und des Kontakts zu anderen Kindern und Jugendlichen sind daher auf das unumgängliche Maß zu beschränken und zeitlich eng zu begrenzen. Sie müssen im Verhältnis stehen zur Beteiligung der entsprechenden Altersgruppe am Infektionsgeschehen. Die vollständige Schließung von Orten, Einrichtungen und Angeboten für Kinder und Jugendliche muss zudem im Verhältnis zum lokalen oder regionalen Infektionsgeschehen stehen.  

Die Einschränkungen des ersten Lockdowns haben bei einem Teil der Jugendlichen zu schwerwiegenden negativen Folgen geführt. Untersuchungen nennen Überforderung von Familien in prekären Lebenssituationen, Einsamkeitserfahrungen, Wegbrechen sozialer Kontrolle, schädigendes Konsumverhalten bei Medien und Drogen, Fehlen von Beratungsmöglichkeiten und Angeboten zur Krisenbewältigung.  

Einrichtungen und Angebote der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit sind für junge Menschen Orte, an denen sie sozialpädagogische Fachkräfte niedrigschwellig erreichen und in Not- oder Krisensituationen Beratung und Begleitung finden können. Ihre Bildungsangebote ergänzen durch Prozesse selbstbestimmten nicht-formalen und informellen Lernens schulisches Lernen. Dies kann auch im Rahmen einer pädagogisch begleiteten Freizeitgestaltung erfolgen.  

Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe unterbreitete Beratungsangebote und Bildungsangebote können deshalb nur in verhältnismäßigem Maße eingeschränkt werden.


Die Lesefassung der Verordnung kann als PDF auf folgender Seite heruntergeladen werden: https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/sm/Service/Corona/Kinder%E2%80%93-und-Jugendreisen/